Wasabi Wallet und Bitcoin Transparenz

Privatsphäre ist relativ, aber nach Meinung vieler Crypto-Nutzer könnte Bitcoin eine größere Anonymität recht gut gebrauchen.

Das Bitcoin Protokoll hat sich zwar enorm entwickelt, aber in Bezug auf Privatsphäre hat sich nichts geändert: Eine Blockchain lebt nun mal davon, dass jeder jede Transaktion darin lesen kann.

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Die Tools für die forensische Überprüfungen von Blockchains haben derweil enorm zugelegt. Es gibt mittlerweile große Firmen, welche darauf spezialisiert sind, im Streitfall, oder wenn z. B. die Staatsanwaltschaft anfragt, umgehend Ihre Analysen laufen zu lassen, um ganz genau aufzuschlüsseln: wann hat wer, wem, wie viel Geld gesendet.

Um einen großen Teil dieser untergrabenen Privatsphäre nun zurückzugewinnen, haben Open-Source-Entwickler eine Reihe fungibilitätssteigernder Bitcoin Tools veröffentlicht. In der Desktop-BTC-Brieftasche von Wasabi sind einige davon wundervoll integriert.

Trotz der zahlreichen erweiterten Funktionen, welche die Wasabi Brieftasche bietet, ist die Bedienung der Wallet am Computer nicht schwieriger als bei jedem anderen Desktop-Program für Windows, Linux oder Mac.

Die Benutzeroberfläche ist leicht zu verstehen, die Anweisungen auf dem Bildschirm sind intuitiv und der Einrichtungsprozess ist nicht komplizierter als bei jeder anderen BTC-Desktop-Brieftasche wie z. B. Electrum.

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Nachdem Sie Ihren 12-Wörter-Passcode notiert haben, können Sie eine vorhandene Brieftasche importieren oder eine neue erstellen. Ich habe mich für die zweite Option entschieden und mir erst einmal nach dem Erstellen meiner Wasabi-Wallet-Adresse zu Testzwecken etwas Bitcoin gesendet.

Für Benutzer, die bei der Verwendung von Wasabi ihre Privatsphäre noch weiter verbessern möchten, ist z. B. die Reddit-Seite des Projekts ein guter Start. Beliebte Beiträge sind Video-Tutorials zum Anonymisieren von Bitcoin mithilfe der Open Source-Brieftasche.

Man kann mit Recht sagen, dass viele der frühesten Anwender von Wasabi eben die Befürworter der Privatsphäre und Freiheit waren, welche eine Abneigung gegen das heimtückische Abhören oder gar illegale Verhalten einiger Regierungen und Staatsmächte mit Militär hatten.

Die Tendenz, das gesamte Verhalten und vor allem den Geldfluß von Privatpersonen zu kontrollieren existiert und wird zudem immer stärker.

Kryptowährungen basieren auf Blockchains, diese sind von Haus aus transparent. Wasabi-Wallet hilft, diese Form der Transparenz zu beseitigen und jedem Bürger die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, wem er mitteilt, was genau er mit seinem Geld tut.

Jedes Mal, wenn Sie Geld in Ihre Wasabi-Brieftasche senden, oder erhalten, müssen Sie dafür eine neue Adresse in der Wallet erstellen, die Sie dem Absender dann geben.

Wenn Sie Geld von Wasabi senden möchten, können Sie auswählen, von welcher Ihrer mehreren Adressen Sie Bitcoin versenden möchten. Alternativ können Sie Ihre BTC noch in einem Prozess genannt “Coinjoin” in eine Warteschlange packen, in welcher diese durch Mischen mit anderen Transaktionen unwiderbringlich maskiert werden.

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Je mehr Benutzer ihre Bitcoin in diese Warteschlange packen, desto größer ist die Anonymität, die jeder im Netzwerk genießt.

Eine Übersicht zur Nutzung der Wasabi-Wallet und eine genaue Anleitung bez. CoinJoin findet man z. B. in diesem Video:

Hier eine Youtube Playlist mit Schritt für Schritt Anleitung für Wasabi Wallet.

Was ist eigentlich Bitcoin?

Bitcoin-Legder, was ist das und wie funktioniert das?

Du und ich treffen uns in der City. Ich habe einen Apfel dabei. Diesen gebe ich dir.

Du hast jetzt einen Apfel und ich habe keinen mehr. Das war einfach, oder?

Schauen wir uns genauer an, was grade passiert ist: Mein Apfel wurde physisch in deine Hand übertragen.

Wir beide waren da, wir beide haben den Apfel gesehen und wir beide haben den Apfel berührt, alles klar soweit. Ganz normal.

Wir brauchten dort also keine dritte Person, die uns bei der Übergabe des Apfels helfen musste. Wir mussten Onkel Heinz (der ein berühmter Richter ist) nicht bemühen, um mit uns real in der Stadt zu sein und zu bestätigen, dass der Apfel von mir zu dir übertragen wurde.

Der Apfel gehört jetzt dir! Ich kann dir keinen Apfel mehr geben, weil ich keinen mehr habe. Ich kann diesen Apfel auch nicht mehr kontrollieren. Der Apfel ist ganz aus meinem Besitz entfernt.

Du hast jetzt die volle Kontrolle über diesen Apfel. Du kannst ihn einem Freund geben und dieser Freund kann es dann erneute einem Freund geben. Und so weiter.

So sieht ein persönlicher Austausch aus. Es ist immer das gleiche, egal, ob ich dir eine Banane, ein Buch oder ein Auto oder einen Euro gebe …

Zurück zum Handel mit dem digitalen Apfel

Sagen wir nun, ich habe einen digitalen Apfel. Jetzt gebe ich dir meinen digitalen Apfel.

Woher weißt du, dass dieser digitale Apfel, der früher meiner war, jetzt deiner ist und nur deiner?

Digital wird es komplizierter, oder? Woher weißt du, dass ich diesen Apfel nicht zuerst als E-Mail-Anhang an Onkel Heinz oder Tante Gisela gesendet habe? Oder deinen Freund Joe? Oder auch meine Freundin Lisa?

Vielleicht habe ich auch vorher ein paar Kopien dieses digitalen Apfels auf meinem Computer gemacht. Vielleicht habe ich den Apfel bereits ins Internet gestellt und eine Million Menschen haben ihn sich heruntergeladen.

Wie du siehst, ist dieser digitale Austausch ein kleines Problem. Das Versenden von digitalen Äpfeln sieht eben nicht so aus, als würde man physische Äpfel versenden.

Einige kluge Informatiker haben tatsächlich einen Namen für dieses Problem: Dieses Problem wird “doppelte Ausgabe” (Englisch: “double spending“) genannt. Alles was digital vergeben wurde, bestand bisher nur als Kopie, nicht einzigartig, wie z. B. ein physischer Apfel.

Bis jetzt.

Möglicherweise müssen diese digitalen Äpfel nur in einer Art Buchhaltung/Kontobuch verfolgt werden. Im Grunde handelt es sich um ein Buch, in dem wir alle Transaktionen nachverfolgen können – ein lückenloses Geschäftsbuch.

Problem: Dieses digitale Transaktionen-Hauptbuch muss natürlich penibel von jemand außenstehendem und sehr verantwortungsvollem verwaltet und gepflegt werden.

Der Markt für Computerspiele weltweit z. B. ist riesig. Eine Firma wie Blizzard verkauft in seinem Game “World of Warcraft” ein spezielles Schwert. Dieses Schwert gibt es im Spiel nur wenige male und jedes wird ggf. innerhalb des Rollenspiels von einem Spieler an einen anderen verkauft.

Blizzards Administrator führt nun ein Geschäfts-Buch über Stand der Schwerter, den jeweiligen momentanen Besitzer und den gezahlten Preis. Das klappt – Problem gelöst.

Probleme

Es gibt jedoch ein weiteres kleines Problem in diesem Model:

1) Was ist, wenn der Administrator bei Blizzard plötzlich nicht mehr vertrauenswürdig ist und z. B. einfach mehr Schwerter erschafft?

Er könnte einfach ein paar digitale Schwerter oder Äpfel zu seiner Buchführung hinzufügen, wann immer er will! Er hat ja die Macht. Ihm müssen wir vertrauen.

2) Es ist nun nicht mehr so, wie damals, als ich dir einen Apfel gab, in der Stadt. Damals waren es nur du und ich.

Mit einem Administrator von Blizzard ist es so, als würde man Onkel Heinz (also eine Dritte Person) für all unsere zufälligen Stadt-Treffen und Äpfel-Übergaben außergerichtlich verurteilen (Heinz ist ja Richter, wie wir wissen).

Wie können wir also den digitalen Apfel nur auf die übliche Weise übergeben ohne aber dritte Personen anwesend zu haben, auf welche auch noch die ganze Verantwortung übergeht und welcher blind vertraut werden muss?

Gibt es also evtl. eine Möglichkeit, unsere Stadt-Treffen und Äpfel-Geschäfte ohne dritte Person und ohne Vertrauen in eine dritte Person (welche dann nämlich die ultimative Macht über unsere Geschäfte hat) digital zu replizieren? Scheint irgendwie unmöglich …

Die Lösung:

Was wäre, wenn wir dieses Transaktions-Buch einfach allen geben würden? Alle haben das Buch und alle tragen dort nach jedem Geschäft die Daten ein bzw. ändern diese nach jedem erfolgreichen Handel.

Anstatt das Hauptbuch auf z. B. einem einzigen Firmen-Computer von Onkel Heinz oder einem Blizzard-Mitarbeiter zu führen, wird es auf allen Computern weltweit gespeichert.

Alle Transaktionen, die jemals mit digitalen Äpfeln oder Schwerter stattgefunden haben, werden darin vermerkt und aufgezeichnet.

Wir müssen nicht mehr einer Person vertrauen, denn es wird ganz genau Buch geführt. Dieses Buch kann nicht betrogen oder gefälscht werden, denn jeder hat eine aktuelle, mit allen anderen synchronisierte Version aller getätigten digitalen Geschäfte, Zuhause.

Ich kann z. B. niemandem mein digitales Schwert senden, welches ich gar nicht besitze, da dies sofort einem anderen auffallen würde, da im Buch genau steht, wer welches Schwert aktuell besitzt. Je mehr Leute diese Geschäfts-Buch-Kopie führen und ständig miteinander über das Netz synchronisieren, desto unschlagbarer das System.

Das wichtige: Die Geschäfte werden nicht mehr von einer Person kontrolliert, sodass es niemanden gibt, der einfach entscheiden kann, dass es ab nun mehr digitale Äpfel oder digitale Schwerter gibt. Die Regeln des Systems wurden bereits zu Beginn definiert, der Code dafür ist Open-Source also für jeden weltweit einsehbar und veränderbar.

Klugen Köpfe können alles nachvollziehen was im Hauptbuch passiert und wie das Hauptbuch überhaupt funktioniert. Da dies voll öffentlich (Open-Source) ist, kann hier niemand betrügen oder gar die Funktionsweise des Hauptbuches heimlich ändern.

Du selbst kannst auch an diesem Handel-Netzwerk teilnehmen, das Hauptbuch auf dem eigenen PC Zuhause aktualisieren, synchronisieren und somit sicherstellen, dass alles stets abgecheckt ist.

Für die Mühe und den Aufwand dieser Sicherstellung des Handel-Systems mit dem Geschäftsbuch (also abgleichen jedes Handels der weltweit erfolgt auf dem eigenen Heim-PC – dann Synchronisierung übers Netz mit allen anderen Beteiligten, welche auch jeden Handel abgleichen), erhält man als Belohnung z. B. 25 digitale Äpfel oder beispielsweise 3 digitale Schwerter…

So funktioniert das System und dies ist z. B. auch die Möglichkeit dieses digitalen Handel-Systems, mehr digitale Äpfel oder Schwerter im System zu erzeugen.

Hier wurde natürlich für dieses Beispiel so einiges vereinfacht.


Aber das System, welches ich hier oben erklärt habe, existiert bereits. Es heißt Bitcoin-Protokoll. Und die digitalen Äpfel sind die „Bitcoins“ im System.

Was ermöglicht also das öffentliche Hauptbuch?

1) Es ist Open-Source. Die Gesamtzahl aller Äpfel wurde zu Beginn im öffentlichen Hauptbuch festgelegt. Wir kennen den genauen Betrag, der existiert. Wir wissen auch, dass sie innerhalb des Systems begrenzt (also abgezählt) sind.

2) Wenn ich einen Handel vollziehe, weiß ich, dass der digitale Apfel nachweislich meinen Besitz verlassen hat und jetzt bei einem anderen ist. Früher konnte man das über digitale Dinge nicht sagen, denn alles Digitale war eine Kopie von einer anderen Kopie oder dem Original.

Heute wird aber einfach der Handel vom öffentlichen Hauptbuch (der Bitcoin-Blockchain) aktualisiert, verifiziert und mit allen anderen Buchführern (jeder, der im System mitmacht, also z. B. Millionen Heim-PCs) synchronisiert.

3) Da es sich um ein öffentliches Hauptbuch handelt, brauchen wir Onkel Heinz (also eine dritte Person) nicht mehr, um sicherzustellen, dass ich nicht betrogen wurde, oder zusätzliche Kopien für mich selbst angefertigt habe, oder gar digitale Äpfel zweimal oder dreimal gesendet habe.

Innerhalb dieses Systems ist der Austausch eines digitalen Apfels jetzt genauso sicher wie der Austausch eines physischen. Es ist jetzt so gut und sicher wie, wenn ein physischer Apfel meine Hand verlässt und in deine Tasche fällt. Und genau wie damals in der Stadt waren an dem Austausch nur zwei Personen beteiligt. Du und ich – wir brauchten Onkel Heinz nicht, um es gültig zu machen.

Mit anderen Worten, der digitale Apfel oder das digitale Schwert verhält sich ebenso wie ein physisches Objekt.

Aber weißt du, was noch cooler ist? Der Apfel oder das Schwert sind immer noch digital. Wir können jetzt mit 1.000 Äpfeln oder 1 Million Äpfeln oder sogar .0000001 Äpfeln hantieren, diese verkaufen und kaufen und wissen stets wer wie viele hat oder wie viel dafür wann gezahlt wurde.

Ich kann alles mit einem Klick senden egal von wo nach wo auf dem Planeten. Der offizielle Handel wird in Millionen von PCs gespeichert und abgeglichen. Jeder weiß, wann wer wie viele digitale Äpfel oder digitale Schwerter hat.

Ich kann sogar andere Dinge zu diesen digitalen Äpfeln hinzufügen! Immerhin ist es ja alles digital. Z. B. kann ich einen Text anhängen – eine digitale Notiz. Oder vielleicht kann ich sogar wichtigere Dinge anhängen; wie zum Beispiel einen Vertrag, eine Aktienurkunde oder einen Personalausweis …

Wie sollen wir diese „digitalen Güter“ (wer es noch nicht weiß, dieses Gut heißt “Bitcoin“) zukünftig behandeln oder schätzen? Sie sind ziemlich nützlich…

Nun, das Thema ist brandheiß. Bitcoin ist die interessanteste Entwicklung der digitalen Welt seit dem Internet. Viele involvierte Leute streiten sich entsprechend darüber. Es gibt eine Debatte zwischen dieser und jener Wirtschaftsschule. Zwischen Politikern und zwischen Programmierern.

Manche davon sind schlau. Einige sind nur falsch informiert. Einige sagen, dass das System viel wert ist, andere sagen, dass es Nix wert sei.

Aktuell bezahlen Menschen weltweit über 8000 $ pro Bitcoin. Vor einigen Jahren konnte man ihn für 10 Cent kaufen und verkaufen. Man hat sich also derzeit auf den Wert über 8000 $ geeinigt und Menschen bezahlen dies auch für einen Bitcoin.

Einige sagen, Bitcoin ist digitales Gold, andere nennen es die kommende Internet-Währung. Wiederum andere sagen, es ist, wegen des selten starken Kursanstiegs, nur die neue Tulpen-Manie.

Ich habe meine eigene Meinung zu Bitcoin und Blockchain. Diese ist insgesamt sehr positiv.

Du weißt jetzt aber ganz sicher schon mehr über Bitcoin als die meisten anderen.

Diesen Beitrag stammt von https://twitter.com/lopp und ihr findet ihn im englischen Original unter https://medium.freecodecamp.org/explain-bitcoin-like-im-five-73b4257ac833

Bitcoin kaufen und/oder handeln kann man übrigens sicher und sehr einfach auf bitcoin.de. Wie genau das dort funktioniert, ist im Einzelnen hier beschrieben.